Warum die Tara die Fahrt wert ist
Die Tara-Flussschlucht ist der tiefste Canyon Europas, an der tiefsten Stelle 1.300 Meter und insgesamt 82 Kilometer lang. Weltweit ist nur der Grand Canyon tiefer. Die Tara ist Teil des Durmitor-Nationalparks, eines-Welterbes.
Die Strecke aus Podgorica nimmt einen ganzen Tag, drei Stunden einfache Fahrt bei guten Bedingungen, im Sommer mehr, aber die Fahrt selbst ist die halbe Erfahrung. Sie folgen der E65 durch die Morača-Schlucht, steigen an Kolašin vorbei und kommen auf das Durmitor-Plateau.
Die Brücke liegt an der Hauptstrecke nach Norden, und wer sich vorab über die Fahrt von Podgorica nach Zabljakinformiert, muss an der Abzweigung zum Canyon nicht raten.
Die Fahrt nach Norden
Auf der E65 nach Norden über Kolašin, die Straße folgt 68 km lang der Morača-Schlucht mit Kurven am Felsen und Tunneln. Bei Zeit deckt unser eigener Morača-Schlucht-Führer die Route ordentlich ab, inklusive Halt am Kloster aus dem 13. Jahrhundert auf halbem Weg. Hinter Kolašin öffnet sich die Landschaft zu Hochweiden. In Mojkovac links Richtung Žabljak auf die P-14. Der letzte Abschnitt nach Žabljak steigt stetig an.
Žabljak liegt auf 1.456 Metern, die höchstgelegene Stadt des Balkans. Im Winter Skiort, im Sommer Wanderstützpunkt.
Đurđevića-Tara-Brücke
1940 fertiggestellt, überspannt die Brücke 365 Meter Canyon auf fünf Betonbögen. Die Fahrbahn liegt 172 Meter über dem Fluss, Höhe eines 50-stöckigen Hauses. 23 km von Žabljak. Auf den Parkplatz an der Nordseite fahren für den besten Blick auf die Konstruktion.
Geschichte: 1942 wurde die Brücke teilweise zerstört, als der jugoslawische Widerstand den Mittelbogen sprengte, um italienische Besatzer am Überqueren zu hindern. Der Konstrukteur, Lazar Jauković, war Teil des Sprengtrupps und wurde später von den Italienern hingerichtet. Am Brückeneingang steht ein Denkmal für ihn.

Die Rafting-Einstiege und die Waldwege am Canyonrand sind Schotter statt Asphalt, deshalb nehmen Fahrer, die dorthin wollen, oft einen SUV oder Crossover mit mehr Bodenfreiheitstatt einer flachen Limousine.
Rafting-Optionen
Die Tara-Rafting-Saison läuft von April bis Oktober, Bestbedingungen Mai bis September. Die verbreitetste Halbtagestour deckt den Abschnitt zwischen Splavište und Šćepan Polje ab, etwa 18 km, 3-4 Stunden auf dem Wasser. Überwiegend Grad II-III-Stromschnellen, bei Hochwasser einige Grad IV-Passagen.
Die meisten Anbieter holen von Žabljak oder der Brücke ab. Ab Podgorica lässt sich ein Ganztagespaket mit Transfer, Rafting, Mittagessen und Rückfahrt buchen, praktisch, weil Alleinfahrer nach dem Rafting nicht selbst zurückfahren können.
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Zipline über die Schlucht
Zwei kommerzielle Ziplines arbeiten neben der Brücke. Die längere ist rund 350 Meter lang und erreicht ca. 60 km/h über die Schlucht. 20-25 € pro Fahrt. Im Hochsommer kurze Wartezeit.
Schwarzer See (Crno Jezero)
Wer nicht raftet, fährt 15 Minuten von Žabljak zum Schwarzen See. Ein Gletschersee mit 3,5-km-Rundweg, leicht, flach, wirklich schön. Rehe und Murmeltiere früh oder spät am Tag nicht selten. Am Hauptbesucherbereich parken; Parkeintritt rund 3 € pro Person. Für sanftere Waldwanderungen auf dem Rückweg sind die Wanderwege in Biogradska Gora bei Kolašin die ruhigere Alternative.
Praktische Tipps
- Tagestour oder Übernachten? Als Tagestour ab Podgorica machbar (früh los), aber eine Nacht in Žabljak lässt Brücke und Schwarzen See ohne Hetze zu.
- Fahrzeug: Im Sommer reicht ein Standardauto. Im Winter sind auf der Straße nach Žabljak von November bis April Winterreifen gesetzlich Pflicht.
- Rafting-Buchung: In der Hauptsaison mindestens einen Tag vorher buchen. Die meisten Anbieter holen auch aus Podgorica-Hotels ab.
- Essen: In Kolašin Lamm (Restoran Brile ist bekannt) oder in Žabljak Forelle probieren.
- Höhe: Durch Žabljaks Lage sind selbst Sommernächte kühl, eine Lage mitnehmen.
- Kraftstoff: Tankstellen in Kolašin und Žabljak. Dazwischen dünn besiedelt.
Wie sich die Fahrt tatsächlich anfühlt
Rechnen Sie mit etwa drei Stunden pro Richtung und planen Sie einen ganzen Tag ein. Die Straße steigt aus dem Moraca-Tal stetig an, durch Tunnel und lange Kurven; der Belag ist überwiegend gut, in den höheren Abschnitten aber geflickt. Das Überholen von Lkw ist das Hauptärgernis, und sichere Stellen dafür gibt es kaum. Tanken Sie in Podgorica oder Mojkovac, denn hinter Zabljak werden die Tankstellen selten. Geparkt wird an der Brücke frei am Straßenrand auf beiden Seiten, und im Sommer wird es ab dem späten Vormittag eng. Im Norden sind Winterreifen von Mitte November bis April gesetzlich vorgeschrieben, und im Durmitor liegt der Schnee bis weit in den Frühling. Jedes Auto mit halbwegs kräftigem Motor schafft die Strecke; ein sehr kleiner Wagen wirkt an den langen Steigungen zäh.
Kombinieren mit
Diese Tour verbindet sich natürlich mit einem Stopp am Kloster Morača auf Hin- oder Rückweg.
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