Ein Wochenende in Plav und den Prokletije-Bergen

Montenegros am wenigsten besuchte Ecke, die „Verfluchten Berge”, Gletscherseen und ein Basisort, der sich noch unentdeckt anfühlt

Warum Prokletije

Die Prokletije, im heimischen Namen „die Verfluchten Berge”, bilden den südlichsten Abschnitt der Dinarischen Alpen und überspannen die Grenzen zwischen Montenegro, Albanien und Kosovo. Auf montenegrinischer Seite umfasst der Nationalpark Prokletije rund 16.000 Hektar rund um Plav und seinen See.

Es ist Montenegros am wenigsten besuchter Nationalpark. Wo der Durmitor Menschenmengen hat und der Skadarsee Bootsflotten, hat Prokletije ernsthafte Wanderer und kaum jemand sonst. Über 1.700 Pflanzenarten wachsen hier, 50 davon endemisch. Man wandert an Schafhirten vorbei, deren Familien diese Sommerweiden seit Jahrhunderten nutzen.

Die Fahrt von Podgorica

Rund 155 km nach Plav über Berane, 3 Stunden Fahrt bei guten Bedingungen. Die Strecke steigt stetig durch Kolašin (unser Biogradska-Gora-Führer deckt den Nationalpark direkt an dieser Straße ab, falls Sie eine halbe Tagespause brauchen) und schneidet dann nach Osten durch Berggebiet. Der letzte Abstieg nach Plav öffnet sich zum See mit den Prokletije dahinter, dieser eine Moment rechtfertigt die Fahrt.

Winterfahrten: Die Straße bleibt ganzjährig offen, verlangt aber Winterreifen von November bis April. Starker Schneefall schließt bestimmte Pässe, also Bedingungen prüfen, wenn Sie von Dezember bis Februar reisen.

Plav als Basis

Plav ist eine Kleinstadt am Ufer des Plavsko Jezero (Plav-See). Eine Handvoll Supermärkte, Bäckereien und Restaurants, genug für einen bequemen Aufenthalt. Die Preise sind ungefähr halb so hoch wie an der Küste.

Gusinje, 10 km weiter in den Bergen, ist noch kleiner und ruhiger. Traditionelle Basis für Touren in Albaniens Karanfili-Gipfel. Beide Orte haben Pensionen (pansion) und ein paar Hotels.

Berglandschaft Prokletije

Tag 1, eine sanftere Einführung

Fahren Sie direkt von Plav nach Gusinje (15 Minuten), weiter ins Grebaje-Tal. Parken am Ende der Straße. Von hier ist die Wanderung zum Hrid-See eine gute Starttour: 2-3 Stunden pro Richtung durch Kiefernwald, Endpunkt ein klarer Gletschersee zwischen Kalkstein. Sanfte Steigung, gut markiert.

Am späten Nachmittag zurück in Plav. Abendessen am See. Traditionelle cicvara (Polenta mit Schmand) und gegrillte Forelle sind die regionalen Standards.

Tag 2, die ernsthafte Tour

Die Paradetour ist Volušnica (1.879 m) und Popadija/Talijanka (2.057 m) im Grebaje-Tal. Rechnen Sie mit insgesamt 5 Stunden. Die Ausblicke von der Volušnica auf die Karanfili, eine Reihe zackiger Kalksteinspitzen, sind das Signature-Foto der Prokletije. Ein lokaler Guide ist empfehlenswert und tatsächlich günstig; Buchung über das Parkbüro in Plav ist unkompliziert.

Alternativen, wenn 5 Stunden zu viel sind

Bajrovića Katun zum Hrid-See, 2-3 Stunden, leicht.

Rundweg um den Plav-See, 16,5 km flach. 4 Stunden im langsamen Tempo, kein Guide nötig.

Hinauf zur montenegrinisch-albanischen Grenze am Čakor für den Ausblick und zurück, keine Wanderung erforderlich.

Praktische Tipps

  • Parkeintritt: 1 € pro Person pro Tag. Am Parkbüro in Plav oder an den Ausgangspunkten zahlen.
  • Führer: Für alles oberhalb der Volušnica lokalen Guide nehmen. Das Wetter schlägt schnell um, und die Markierung dünnt aus.
  • Unterkunft: Pensionen in Plav im Schnitt 25-40 € pro Nacht mit Frühstück (Preise 2026). Juli-August vorbuchen.
  • Essen: Probieren Sie cicvara und krempita (Cremeschnitte). Der lokale Käse ist hervorragend.
  • Mobilfunk: Im Tal löchrig. Vor Plav Offline-Karten laden.
  • Grenzübertritt: Albaniens Seite der Verfluchten Berge ist von Gusinje über markierte grenzüberschreitende Wege zugänglich. Reisepass mitnehmen; die Übergänge sind unbesetzt, erfordern aber Anmeldung an einem Rangerposten.

Rückfahrt nach Podgorica

Dieselbe Route zurück über Berane und Kolašin, oder die längere über Rožaje und das Ibar-Tal für Abwechslung. Beide 3-3,5 Stunden.

Auf einen Blick

Entfernung~155 km nach Plav
Fahrzeit3 Std. ab Podgorica
HaupttourVolušnica-Popadija, 5 Std.
Beste SaisonJuni-September (Wege schneefrei)

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